Wer ist dieser Mann, der bereits tot war, und dann doch noch Bill Clinton getroffen hat?

INHALT

Es ist der Albtraum eines jeden Menschen. Man wacht auf, ist blind und vollständig gelähmt. So ergeht es Nils Jent, als er nach einem schweren Motorradunfall ins Koma fällt – ein medizinisches Wunder, dass er überlebt hat. Als er aufwacht, ist er von Kopf bis Fuss gelähmt, vollständig erblindet und sprechunfähig. Nur mithilfe seiner Augenlieder gelingt es ihm, wieder mit seinen Mitmenschen in Kontakt zu treten. Langsam erlangt Nils wichtige Körperfunktionen wieder und kämpft sich Schritt für Schritt in die Normalität zurück. Statt sich auf ein Leben im Blindenheim einzustellen, möchte Nils die Matur nachholen, studieren, mit dem Kopf arbeiten – dem einzigen Instrument, das ihm geblieben ist. Immer wieder stösst er dabei an eigene Grenzen und äussere Widerstände. Doch dank seiner unbändigen Willenskraft und bestechenden Intelligenz, aber auch dank der bedingungslosen Unterstützung und Liebe seiner Eltern rücken Nils‘ Ziele langsam näher.

«Unter Wasser atmen» geht der Geschichte von Nils Jent auf den Grund, erforscht die beiden unterschiedlichen Leben des jungen, gesunden und des erwachsenen, schwer behinderten Nils und fragt: Wer ist dieser Mann, der bereits tot war und dann doch noch Bill Clinton getroffen hat?
 

«Wo wäre ich heute,
wenn ich damals stehen geblieben wäre -
im Sinnlosen Nachsinnen und
der Frage nach dem Warum?» (Nils Jent)

 

Director's Statement

Als wir Nils Jent vor etwas mehr als zwei Jahren kennen lernen durften, hat er uns mit seiner Offen- und Andersartigkeit sofort in seinen Bann gezogen. Wir wollten mehr über ihn und seine einzigartige Lebensgeschichte erfahren und beschlossen, ihn mit unserer Kamera zu begleiten und bei seiner Arbeit als Botschafter von Ar- beitnehmern mit Behinderung zu unterstützen.
Anfänglich war es schwierig, die Kamera zwischen uns zu vergessen, den Menschen „dahinter“ kennenzulernen. Und als wir, wie in unserem Zeitplan vorgesehen, nach einem achtmonatigen Dreh mit dem Schnitt beginnen wollten, mussten wir feststellen: Noch immer kannten wir Nils Jent kaum. Zu facettenreich war seine Geschichte, zu wenig greifbar sein Alltag. So entschieden wir, Nils und seine Mitmenschen ein weiteres Jahr zu begleiten, in guten wie in schwierigen Zeiten. Dabei haben wir von Nils gelernt, wie er geduldig zu sein, uns auch für scheinbar einfache Aufgaben die nötige Zeit zu nehmen und in kleinen, aber stetigen Schritten vorwärts zu schreiten, um unsere Ziele zu erreichen. Dies sind für uns persönlich die Kernthemen des Films: Wille, Optimismus und der Zwang zur Langsamkeit, ja die Notwendigkeit, sich Zeit zu nehmen.
An der Universität wurde uns einst – in der allerersten Vorlesung – erklärt, dass in der Wirtschaftswelt nicht mehr das Credo gilt: „Der Grosse frisst den Kleinen“ sondern „Der Schnelle frisst den Langsamen.“ In einer solch schnelllebigen Zeit,  besonders an der Wirtschaftshochschule St.Gallen, war diese persönliche Entdeckung der Langsamkeit eine willkommene Abwechslung und bereichernde Entschleunigung.

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